reset! Bibliotheken als Wissensräume – ein Neustart | 2015 - 2015

Weshalb brauchen wir die Bibliothek im digitalen Zeitalter weiterhin als 'dritten Ort'? Die Bibliothek ist von der Bücheraufbewahrung bis hin zu neuen sozialen Praktiken Ort der Sammlung, des Austausches und der Produktion von Wissen. Was heisst das für die zukünftige Architektur von Bibliotheken? Welche neuen sozialen Funktionen übernimmt eine solche Bibliothek? Wie wird sie zur Schnittstelle zwischen analogen und digitalen Medien? Welch traditionelle Rolle spielt sie weiterhin und wo sticht sie innovativ hervor? Welche Wege in die Zukunft öffnet sie? Welche Bedeutung spielt die Bibliothek in der Konfiguration des kollektiven Gedächtnisses eines Ortes, einer Region, einer Gesellschaft? Was ist ihre Funktion im 21. Jahrhundert? Der Begriff Bibliothek steht ebenso im Wandel wie die sozialen Praktiken des Lesens, des Schreibens, der Wissensproduktion und Vermittlung. Zwischen digitalem und physischem Raum erlebt der Bau von Bibliotheken aber geradezu eine neue Blütezeit. Ein Paradox und Anachronismus?

Dauer 16. April 2015 bis 10. Juli 2015
 

Ausstellung
Ausgerichtet durch Studierende der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW, basierend auf den Arbeiten des interdisziplinären Seminars 'Bibliotheken als Dispositiv'. Mit Exponaten von: Elena Antoni, Yasmin Emmenegger, Simon Hofmann, Linda Horber, Sherina Keser, Laura Mietrup, Michèle Damara Müller, Fabian Petignat, Angela Sole und Paula Thiel

Veranstalter
schauraum-b und Institut Hyperwerk (FHNW, Hochschule für Gestaltung und Kunst)

Vortragsreihe
Über den Zeitraum der Veranstaltung finden interessante Vorträge mit Publikumsgespräch statt
Programm: events
 
Sponsoren
die Veranstaltungsreihe findet statt mit freundlicher Unterstützung von 'Swisslos Basel-Landschaft'
 
Links
hyperwerk
 
Foto Sitterwerk
© Katalin Deér, Sitterwerk St. Gallen

e v e n t s

Donnerstag, 16. April 2015 - 18:00
'Geschichte und Funktion von Bibliotheken'
Uwe Jochum, Wissenschaftlicher Bibliothekar, Konstanz, DE
 
UWE JOCHUM trat nach Studium und Promotion im Jahre 1989 in den höheren Bibliotheksdienst ein und arbeitet seither als Fachreferent. Sein Interesse gilt Fragen der Bibliotheks- und Mediengeschichte, die er auf die Theologie hin zu öffnen versucht. Er war einer der Initiatoren des 'Heidelberger Appells' (2009), und 2012 wurde ihm von der Hochschule der Medien in Stuttgart der Medienethik Award in der Kategorie Magazine für einen Beitrag in 'Lettre International' verliehen. Zuletzt erschienen von ihm der Essay 'Medienkörper' (Wallstein-Verlag, 2014) und 'Bücher. Vom Papyrus zum E-Book' (Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2015).
 
Donnerstag, 23. April 2015 - 18:00
'Analoge und digitale Realität'
Lars Müller, Grafiker und Verleger, Lars Müller Publishers, Zürich, CH 
 
LARS MÜLLER ist 1955 in Oslo geboren, lebt und arbeitet seit 1963 in der Schweiz. Seit 1983 ist Lars Müller als Verleger tätig und publiziert Bücher zu den Themenbereichen Typografie, Design, Kunst, Fotografie und Architektur. Publikationen zu gesellschaftlichen Themen wie Menschenrechte und Ökologie ergänzen den Katalog.
Lars Müller ist zurzeit internationaler Präsident der Alliance Graphique Internationale AGI und Mitglied der MOTOVUN International Publisher's Group. Seit 1996 ist Lars Müller Partner von Integral Concept, einer internationalen Verbindung für transdisziplinäre Kompetenz, die in Paris, Mailand, Zürich, Berlin und Montreal agiert.
 
Donnerstag, 30. April 2015 - 18:00
'Engelbart und die Bibliothek von Babel'
Henning Lobin, Professor für Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik, Justus-Liebig-Universität, Gießen, DE
 
HENNING LOBIN (*1964) studierte Germanistik, Philosophie und Informatik. Nach Promotion (1991, U. Bonn) und Habilitation (1996, U. Bielefeld) wurde er 1999 auf den Lehrstuhl für Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik an die Universität Gießen berufen. Seit 2007 leitet er das Zentrum für Medien und Interaktivität und fungierte dort als Sprecher mehrerer Forschungsverbünde. Lobin ist Autor von sieben Monografien (zuletzt 'Engelbarts Traum', 2014, 'Die wissenschaftliche Präsentation', 2012, 'Computerlinguistik und Texttechnologie', 2010) und Herausgeber zahlreicher Sammelbände.  Henning Lobin ist Direktor des Zentrums für Medien und Interaktivität an der Universität Gießen.
 
Donnerstag, 7. Mai 2015 - 18:00
'Tisch-Nachbarn. Die Erweiterung des Denkraums durch die Verbindung von Buch und Werkstoff'
Felix Lehner, Julia Lütolf, Roland Früh, Stiftung Sitterwerk St. Gallen, Kunstbibliothek und Werkstoffarchiv, CH
 
FELIX LEHNER war 2006 Mitinitiant der Stiftung Sitterwerk, die heute Kunstbibliothek, Materialarchiv, Kesselhaus Josephsohn und Gästeateliers umfasst. Nach einer Ausbildung zum Buchhändler gründete er 1983 in Beinwil am See die Kunstgiesserei die 1994 nach St.Gallen übersiedelte und die er noch heute leitet.
 
JULIA LÜTOLF ist seit 2011 für das Werkstoffarchiv zuständig. Sie ist gelernte Möbelschreinerin und machte an der Hochschule der Künste in Bern den Abschluss als Konservatorin.
 
ROLAND FRÜH ist für die Kunstbibliothek zuständig. Nach dem Abschluss des Kunstgeschichtestudiums in Zürich arbeitete er als Kunst- und Designhistoriker an Publikationen und Ausstellungen und als Dozent für Kunst- und Designtheorie.
 
Dienstag, 12. Mai 2015 - 18:00
'The third space. Architecture as a catalyst of city life'
Kristian Lars Ahlmark, Architekt, Senior Partner bei Schmidt Hammer Lassen Architects, Copenhagen, DK
Vortrag in Englisch
 
CHRISTIAN LARS AHLMARK ist einer von fünf Partnern im dänischen Architekturbüro Schmidt Hammer Lassen Architects, wo er seit seinem Studienabschluss im Jahr 2001 arbeitet. Kristian Lars Ahlmark ist Gastprofessor an der Aarhus School of Architecture und Jury Mitglied bei verschiedenen Architekturwettbewerben. Er hält Vorträge in Europa, China und Südostasien.
 
Donnerstag, 21. Mai 2015 - 18:00
'Spacing Library. Aneignungspraktiken von Wissen'
Nicolaj van der Meulen, Jörg Wiesel, FHNW, HGK, Institut Ästhetische Praxis und Theorie, Basel, CH
 
PROF. DR. JÖRG WIESEL. 2011–2013 Professur mit Schwerpunkt Kulturwissenschaft und Performance am Institut Mode-Design und im Masterstudio Design. 2007 Habilitation an der FU Berlin mit einer Arbeit zur Kulturgeschichte der Piraterie. 2005–2010 Gastprofessur am Institut für Theaterwissenschaft der FU Berlin. Promotion mit einer Arbeit zu Theater und Monarchie im 19. Jahrhundert. Dozent, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent an den Universitäten und Hochschulen in Kiel, Giessen, Basel, Zürich und Berlin. 1986–1988 Regieassistent am Schauspiel Dortmund. 1984–1990 Studium der Theater- und Literaturwissenschaft in München.
 
PROF. DR. NICOLAJ VAN DER MELEN. Habilitation mit einer Arbeit über Bild, Raum und Performanz im spätbarocken Sakralraum von Zwiefalten. 2010–2012 Leitung des Forschungsprojekts “Shaping the Future. Das Bild als Generator von Innovation.“ 2009–2012 Koordination Masterstudiengang “Iconic Research and Visual Communication”. 2009–2010 Mitarbeit beim Nationalen Forschungsschwerpunkt eikones, Universität Basel. 2002–2007 Assistent und Lehrbeauftragter am Kunsthistorischen Seminar der Universität Basel bei Prof. Dr. Gottfried Boehm. 1998–2000 Promotion mit einer Arbeit zur Temporalität kubistischer Bilder. 1990–1998 Studium der Kunstgeschichte, Philosophie, Theologie und Kirchengeschichte.
 
Donnerstag, 4. Juni 2015 - 18:00
'Kalkbreite als Ort der Wissensvermittlung'
Pascal Müller, Architekt, Müller Sigrist Architekten, Zürich, CH
 
PASCAL MÜLLER, 1971 in Billens (FR) geboren, aufgewachsen in Bern. 1991 -1997 Architekturstudium und Diplom an der ETH Zürich. Mitarbeit u.a. bei Studio Libeskind Berlin, A.McGabhann Architects Irland und Gigon Guyer Architekten Zürich. 2001 Gründung des Architekturbüros Müller Sigrist Architekten zusammen mit Peter Sigrist. Das Büro mit aktuell 30 Mitarbeitern wird heute von Pascal Müller zusammen mit Samuel Thoma geleitet. 
2010 - 2012 Gastprofessur an der Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau. Diverse  Gastkritiken und Jurytätigkeiten im In- und Ausland.
Müller Sigrist Architekten erstellten die Wohn- und Gewerbesiedlung Kalkbreite Zürich für die Genossenschaft Kalkbreite. Es entstand ein Mix aus zu Clusters zusammengeschlossenen Wohnungen, Gemeinschaftsflächen - z.B. auch einer Bibliothek der Bewohner - Gastronomie, Detailhandels- und Dienstleistungsräumen. Die gesamte Siedlung ist auf Begegnungen und den Austausch zwischen den Bewohnern ausgerichtet.
 
Donnerstag, 11. Juni 2015 - 18:00
'Das (Nicht-)Wissen vom Wissen'
Jürgen Riethmüller, Historiker und Publizist, Merz Akademie Stuttgart, DE
 
DR. JÜRGEN RIETHMÜLLER, geboren 1967 in Stuttgart ist akademischer Mitarbeiter an der Merz Akademie Stuttgart, Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien.
Magister-Studium der Volkswissenschaften, Politik- und Geschichtswissenschaften an der Universität Stuttgart. 1999 Promotion ebd. in Neuerer Geschichte über die Anfänge des demokratischen Denkens in Deutschland bei Prof. Dr. Axel Kuhn. Tätigkeit als freier Publizist (u.a. vier Romanveröffentlichungen unter Pseydonym und zahlreiche Kurzgeschichten in diversen Literaturzeitschriften), freier Journalist (Beiträge u.a. für die ZEIT) und Lektor. Ab 2002 akademischer Mitarbeiter bei Prof. Diedrich Diederichsen im Bereich Kulturwissenschaften, Kulturgeschichte und Text an der Merz Akademie (bis heute).
 
Donnerstag, 18. Juni 2015 - 18:00
'Maison de l'Ecriture - une troisième place dans le paysage'
Vincent Mangeat, Architekt, Architekturbüro Mangeat/Wahlen, Nyon, CH
Vortrag in Französisch
 
VINCENT MANGEAT ist Architekt und Mitinhaber des Architekturbüros Mangeat/Wahlen in Nyon und Professor an der EPFL in Lausanne. Mit dem Bau der Maison de l'Ecriture in Montricher im Kanton Waadt für die Fondation Jan Michalski ist das Architekturbüro Mangeat/Wahlen neue Wege gegangen. Die verschiedenen Gebäude bilden eine Art kleine Siedlung. Nebst der grossen Bibliothek entstanden hier auch individuelle Wohnräume für Schriftsteller und Orte der Begegnung und des kulturellen Austauschs.
 
Donnerstag, 25. Juni 2015 - 18:00

'ContainerUni, ein temporärer Campus der Zeppelin Universität. Nutze das Provisorium und sorge dafür, dass hinterher alle diesem Ort nachweinen.'
Margit Czenki, Künstlerin, Hamburg, DE

MARGIT CZENKI. Im Herbstsemester 2012 hatten Studierende und Mitarbeiter der Zeppelinuniversität als weiteren Standort die ContainerUni in Friedrichshafen für eine Zwischennutzung bezogen. Die Hamburger Künstler Margit Czenki und Christoph Schäfer haben den Prozess als Plattform des Austauschs und der gemeinsamen Produktion organisiert. Zusammen mit dem Architekturbüro 'quartier vier' entwickelt, entstand eine Landschaft aus Dachterrassen und Blickbeziehungen, die die städtebaulichen Möglichkeiten von Standardcontainern neu auslotet. Kann man aus 160 Containern und einer Leichtbauhalle einen vollwertigen Campus bauen? Wie wurde in diesem Projekt Wissen produziert, ausgetauscht und vermittelt?
 
Donnerstag, 2. Juli 2015 - 18:00

'Basler Bibliotheksmeile'
Podiumsdiskussion mit Fachleuten aus der Nordwestschweiz und Robert Barth.

Robert Barth, Ehemaliger Studienleiter des BSc Information Science der HTW Chur
Gaby Keuerleber, Novartis Center of Excellence for Design & Construcion Management / Knowledge Sharing & Change Management
Kirsten Langkilde, Direktorin der Hochschule für Gestaltung und Kunst / FHNW
Gerhard W. Matter, Kantonsbibliothekar des Kantons Basel-Landschaft
Gabi Schneider, Universitätsbibliothek Basel, stv. Programmleiterin SUK P-2 (Wissenschaftliche Information: Zugang, Verarbeitung und Speicherung) von Swiss Universities

Freitag, 10. Juli 2015 - 18:00
'Tianjin Library China'
Riken Yamamoto, Architekt, Riken Yamamoto & Field Shop, Yokahoma, JPN
Vortrag in Englisch
 
RIKEN YAMAMOTO ist ein japanischer Architekt und Professor an der Yokahama National University. Er leitet das 1973 gegründete Architekturbüro Riken Yamamoto & Field Shop Co., Ltd. Mit dem sich im Bau befindenden Projekt 'the Circle' am Flughafen Zürich, ist er der Design Architekt des grössten Hochbauprojektes in der Schweiz. Im Jahr 2012 erstellte das Architekturbüro die Tianjin Library in China. Die riesige Bibliothek beherbergt  über 5 Mio. Bücher auf 55'000 m2.